Bergische Buchhandlung

 Lesetipp der Woche

Matthias Brandt: Raumpatrouille

Verlag: Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 978-3-462-04567-3
Preis: 18,00 €
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Matthias Brandt nimmt uns in seinen – sehr persönlichen – Geschichten mit in den Kosmos seiner Kindheit der 70er Jahre. Der Autor ist als feinsinniger Schauspieler einem breiten Publikum bekannt, doch wissen nicht alle, dass er der Sohn Willy Brandts ist.

Seine Kindheitserzählungen spielen in einer kleinen Stadt am Rhein und Matthias Vater ist zu dieser Zeit Bundeskanzler. In der Beschreibung seiner Eltern geht es Brandt nicht um "Prominenz", sondern darum seine ganz eigenen kindlichen Erinnerungen zu reflektieren.

So ist der Vater, auch in seinen Geschichten, oft abwesend, aber tief geliebt. Das Verhältnis zu seiner Mutter ist von einem strengen, aber sehr liebevollen Miteinander geprägt. Matthias weiß, dass seine Kindheit anders verläuft als die seiner Schulkameraden und wie jedes Kind möchte er nichts anderes als Normalität. So darf er einmal bei einem Schulfreund übernachten und ist begeistert. Eine 3-Zimmer-Wohnung im Mehrparteienhaus, die Wim-Thoelke-Show im Schlafanzug sehen zu dürfen – ein fremdes Universum für den Jungen.

Er ist oft allein – aber nie einsam. Seine überbordende Phantasie und sein treuer Freund, der Hund Gabor, leisten ihm immer Gesellschaft.

Eine ganz große Liebeserklärung an seine Eltern und seine Kindheit. Nachdenklich, sprachlich ausgereift, ehrlich und anrührend. Anrührend ist besonders die letzte Geschichte des Buches, in der der so oft abwesende Vater dann die Hauptrolle spielt.

Es wäre schön, wenn dieses erste Buch von Matthias Brandt nicht sein letztes bleiben würde!

>>Britta Frede